20120629_084937

2012 – wie es dann weiter ging …

Im neuen Jahr hatten sich die Enten endgültig eingewöhnt und der Erpel fing auch an sich mit unserem Ganter anzulegen. Die Schneckensuche wurde ebenfalls nicht vergessen und ging zeitig im Frühjahr los.

Anfang März hat dann der Erpel angefangen die Ente zu treten. Dies wurde immer mit relativ viel Geschrei von unseren Gänsen begleitet, die noch nicht soweit waren mit ihren Brutvorbereitungen. Der Ganter konnte das insbesondere nicht leiden und ging ganz offensichtlich davon aus, dass alles weibliche im Garten seinem Harem zugehörig war. Unsere Gänse haben dann vorsichtshalber auch recht zügig angefangen die Brutvorbereitungen voranzutreiben und ließen sich dann auch vom Ganter treten. Unsere Ente schien dem Vortrag des Ganters ebenfalls eine gewisse Beachtung zu schenken und ließ sich erstaunlicherweise ebenfalls immer wieder vom Ganter treten. Wir als Beobachter hatten immer mehr den Eindruck, dass die Ente das nicht lange würde durchhalten können. Wir haben dann die Gänse von den Enten durch einen Zaun getrennt und das Brutgeschäft auf beiden Seiten konnte ohne weitere Komplikationen weiter gehen.

Etwa 2-3 Wochen später hat die Ente angefangen den Stall umzudekorienen und in der hintersten Ecke einen Haufen Stroh aufgeschichtet. Ein paar Tage später lag das erste Ei im Nest. Ab da folgte fast jeden Tag ein weiteres Ei und nach etwas mehr als 2 Wochen wurde dann das erste Probesitzen über mehrere Stunden absolviert. Da wir keine Lust hatten die Eier ausbrüten zu lassen, haben wir uns entscheiden die Ente tatsächlich brüten zu lassen. Ein paar Tage später war es dann soweit, die Ente kam nur noch selten vom Nest und wir dachten schon einmal darüber nach was wir mit mehr als einem Dutzend Laufenten machen sollten.

Nach weiteren 4 Wochen war es dann soweit und wir freuten uns darüber, dass es doch nur 8 Enten geworden sind.

 

Die ersten paar Tage war dann Stubenhocken angesagt und die Ente hat ihre Brut auch recht ordentlich verteidigt wenn man im Stall neues Wasser oder Kükenstart bereitstellen wollte.

Der Erpel war mit der Situation wohl noch überforderter als wir, jedenfalls fing er an auf die Küken zu hassen. Wir hatten jedenfalls den Eindruck, dass wenn er eines der Küken zu faßen bekam, dass das dann eventuell ein schlechtes Ende nehmen könnte. Wir haben dann den Erpel von der Ente und den Küken getrennt. Der Erpel ist daraufhin dann mehrmals täglich etwas hospitalistisch am Zaun entlang gelaufen und hat versucht in das Gehege für die Ente und die Küken zu kommen. Wenn dem Erpel schwindelig genug war, hat er sich dann immer friedlich neben den Zaun gelegt und gewartet was als nächstes passiert.

2 Tage später war dann der erste „Landgang“ auf dem Plan. Die Küken bekamen dann in den nächsten Tagen ersten Schwimmunterricht und wurden an die Umgebung gewöhnt.

 

Außerdem wurde auch schonmal versucht das bisher gereichte Kükenstart gegen echtes Futter auszutauschen.

 

Anschließend geht es dann natürlich im Entenmarsch auch wieder rein in die gute Stube.

 

Etwa 1-2 Wochen später fing der Erpel dann an sich zu mausern und sah völlig zerschossen aus – wir hatten schon Sorge er hätte sich irgendeine Seuche eingefangen und würde eingehen. Es hat auch einige Zeit gedauert bis z.B. die schwarzen Federn am Kopf wieder einigermaßen ordentlich aussahen.

 

Die folgenden Wochen nutzen alle Küken dazu zu Teenager zu werden und wir fingen auch wieder an, den Erpel mit dem Jungvolk zu sozialisieren. Einzig die Lieblingsnahrung Schnecken wurde langsam so knapp, dass die Enten notgedrungen auch an unser Gemüse im Garten gingen – das war uns aber immer noch lieber als das Gemüse an die Schnecken zu verlieren.

Auf den Spaziergängen mit den Hunden wurden dann auch fleißig Schnecken von den Wegesrändern und Feldern gesammelt. Die marodierende Entenbande war aber nicht wirklich zufrieden zu stellen. Bei der allabendlichen Raubtierfütterung war dann auch eindeitig erkennbar, dass es sich eigentlich nicht um Enten sondern um kleine Velozeraptoren handeln mußte.

Im  weiteren Verlauf des Sommers haben dann fast alle Enten einen neuen Arbeitsplatz bei anderen schneckengeplagten erhalten. Einzig ein dunkler Erpel und seine weiße Schwester sind uns über den Herbst erhalten geblieben und sollten uns erst spät im Jahr verlassen – hier zu sehen mit Ihrer Mutter.

 

Im Übrigen haben wir uns bei den Eltern schon ein bißchen gewundert, warum wir sogar überwiegend weißen Entennachwuchs hatten und der Verdacht, dass der Ganter etwas damit zu tuen hatte, hat uns nie wieder so richtig losgelassen.

Schreibe einen Kommentar